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HOME.MOVIE von Martin Bruch im Stromboli und im Leo Kino

Martin Bruch´s HOME.MOVIE wird am 27.12.08 im Leo-Kino Innsbruck und am 28.12.08 im Stromboli-Hall präsentiert.

27.12.08 19:20 im Leo Kino Innsbruck
... mit “fenster / drei sätze” (11 min) und “Hotel Roccalba” (10 min) fenster / drei sätze
1. Der tanzende Kran. 2. Mein Fenster zum Hof 3. Das Parapet.
Andere Leute lehnen sich beim Fenster hinaus und sehen in den Hof hinunter. Ich sitze vor dem Fenster und schaue über das Parapet ... Sitzort: Küchenfenster mit Blick auf den Scheupark, Hinterhof der Margaretenstrasse 108. Der Kurzfilm, besteht aus 7007 Fotos und einer Filmsequenz. Die Fotos, entstanden Zeitraum von zwei Jahren (2004–2006). Inhalt: Der Blick aus dem Fenster, im Vordergrund die wechselnden Gegenstände, die den Zeitverlauf und Jahreswechsel dokumentieren, auf die Baulücke in der gegenüberliegenden Häuserzeile zur Schönbrunnerstrasse, auf den bewegten Kran, das entstehende Haus, die Vögel, Wolken, Wetterlagen, Lichtstimmungen, in Verbindung mit den Geräuschen innerhalb des Zimmers und außerhalb, je nach Jahreszeit, bei geschlossenem oder geöffnetem Fenster. Der Film handelt von der Sehn-sucht aufzustehen, sich über die Brüstung zu beugen oder auf einen imaginären Balkon zu rollen um das Geschehen im Hof zu beobachten. Seit 10 Jahren bewohne ich diese Wohnung in der Margaretenstraße im 4.Stock, vorsorglich rollstuhlgerecht geplant und eingerichtet, aber selten daheim. Gedanken über den wunderbaren Ausblick über/in den Hof machte ich mir wenige, bis zu meiner Pensionierung, die, zeitgleich mit der Fertigstellung des Films „handbikemovie“, meinen Alltag veränderte. Nun genoss ich den Blick täglich. Die wechselnden Wetterlagen, die kreischenden, lachenden, spielenden Kinder, die strengen Stimmen der Kinderbetreuerinnen, die Jugendlichen, fußballdröhnend gegen den Stahlgitterzaun, der Park, hörbar aber für mich inzwischen im Rollstuhl uneinsichtig. 
Der Blick ist durch das Parapet eingeschränkt.

Hotel Roccalba 10min kein Dialog von Josef Dabernig
Wo sie sich befinden, ist nicht so wichtig. Was sie gerade tun, eigentlich auch nicht. Der Ort – ein italienisch anmutendes Hotel, vermutlich höher gelegen – ist vor allem deshalb von Belang, als er eine Ordnung für eine ansteckende Stimmung vorgibt. Zwölf Personen sind hier in ihrer (Un-)Tätigkeit versunken und nehmen ihr Umfeld nur halbbewusst wahr. Zeit wird dehnbar, ein Zustand der Zerstreuung breitet sich aus, der die Handlung eigentümlich wattiert. Nur auf der Tonebene herrscht kontrastreiche Bewegung: Verdis „Simon Boccanegra“ liegt auf dem Plattenteller, während aus einem Radio eine Fußball-Übertragung kontert. Josef Dabernigs Schwarzweißfilm Hotel Roccalba hat sich in einem Zwischenraum eingerichtet. Die Protagonisten stricken, reparieren ein Fahrrad, sie lesen liegend oder im Stehen, hacken Holz, schlürfen Espresso oder schminken sich. Einem, Dabernig spielt ihn selbst, werden die Haare geschoren. Gerade weil alles so profan erscheint, liegt die Vermutung nahe, es könnte sich noch mehr hinter dem Tun verbergen. Jeder agiert für sich, und doch ist alles aufeinander ausgerichtet und wäre, für sich allein, nur halb so bedeutungsvoll. Was sich außerhalb von Situationen zuträgt, die Handlungen provozieren, der Intervall, in dem die Dinge ihr Wesen entblößen, hat Dabernig schon in früheren Arbeiten fasziniert: Diesmal entsteht aus dem Wechsel der scharf komponierten Einstellungen, die einzelne Personen und Handlungen isoliert zeigen, dann aber größere Ensembles erstellen, ein Kollektiv aus Einzeltätern. Hotel Roccalba ist aus drei Szenen gebaut, in denen kaum Interaktion geschieht, aber dennoch entspannte Aufmerksamkeit herrscht: ein Ort, an dem die Bedeutungen den Müßiggang pflegen. (Dominik Kamalzadeh)
Sonntag Nachmittag im Hotel Roccalba: Handelt es sich um einen Ort der Altersversorgung, eine Erholungsanstalt oder schlicht um ein Hotel? Das Dasein einer 12-köpfigen Gruppe in der renovierungsbedürftigen Anlage lässt die Antwort offen. 
(Produktionsnotiz) 

Stromboli Hall in Tirol
28.12.08 20:30 | MARTIN BRUCH: HOME.MOVIE | kurzfilm
In Anwesenheit von Martin Bruch
,,home.movie" ist ein hochmobiler Film. Die Kamera schweift, tastet, holpert, saust quer durch Martin Bruchs Wohnung, nie steht sie still, jede Einstellung ist ein Schwenk oder eine Fahrt. Es ist noch gar nicht lange her, da warf sich Martin Bruch mit seinem Handbike selbst in den brausenden Stadtverkehr von Istanbul, Paris und New York. Er kurbelte mit den Händen, filmte die Fahrten mit der Helmkamera und schnitt daraus 2003 sein radikal subjektives ,,handbikemovie". Mittlerweile lässt die Multiple Sklerose des Filmemachers solche wilden Ausfahrten nicht mehr zu, die Unternehmungslust ist ihm jedoch geblieben. Wenn er und Ko-Regisseurin Reinhilde Condin eine Tour durch Bruchs Wohnung geben, wird diese zum hochpersönlichen Erlebnispark. Die Kamera ist an der Aufhängung des Deckenlifts befestigt, der eigentlich dazu dient, Bruchs Körper aufrecht durch die Räume zu transportieren. Der gelernte Tontechniker Bruch verstärkt das Surren des Deckenlifts, das Piepen des automatischen Türöffners, das Rattern des Drehregals, und ergänzt diese harten, maschinellen Sounds durch den warmen Klang von Saiteninstrumenten. Dabei ist der Film auch musikalisch als Crescendo angelegt, auf Jazz folgt Klezmer, alles wird schneller, und statt auf der Vespa durch Italien, fährt die Kamera eben eine Reihe von Espressotassen im Regal entlang. Reisen ist immer eine Sache des Willens. ,,home.movie" war Teil des Kurzfilmprogramms der Vienale 08 und wird am 28.12. erstmals in Tirol gespielt. Für die musikalische Umrahmung sorgt Martin Wazac. Ein Abend mit Martin & Martin, an dem es genügend Zeit fürs Gespräch geben wird.

home.movie
Martin Bruch, Reinhilde Condin, Österreich 08
Dauer: 09 min.

Weitere Infos:
Martin Bruch  - Mit dem Rollstuhl ins Halltal
www.martinbruch.eu

 
 
 

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